Fuchsstadt, 30.09.2011Schwierige Rettung aus dem SplitBei einer Großübung auf dem Gelände der Asphaltmischwerke BAM demonstrierten sechs Feuerwehren mit acht Einsatzfahrzeugen ihr vielseitiges Können. Bei einer Großübung auf dem Gelände der Asphaltmischwerke BAM demonstrierten sechs Feuerwehren mit acht Einsatzfahrzeugen ihr vielseitiges können. Punkt 18 Uhr setzt die Leitstelle in Würzburg den Notruf ab. In Fuchsstadt, Albertshausen, Eßfeld, Lindflur, Reichenberg und Uengershausenheulen die Sirenen. Zehn Minuten später trifft die Feuerwehr Fuchsstadt am Ort des Geschehens ein, weitere fünf Minuten später sind alle sechs Wehren vor Ort, darunter auch die HVO (Helfer vor Ort) aus Eßfeld und Reichenberg, die sich um die "Verletzten" kümmern. Das Szenario auf dem großen, weitläufigen Gelände: aus einer Garage dringt Rauch und Qualm, einige Menschen sind eingeschlossen. Atemschutzträger retten sie binnen Minuten. Von den Laufstegen in luftiger Höhe des brennenden Mischwerkes müssen drei Verletzte gerettet werden, nichts für Kameraden mit Höhenangst. In zwei riesigen schwarzen Haufen aus Split sind zwei Personen verschüttet, die befreit werden sollen. Eine weitere Herausforderung: Brände von Kohlestaub und Öl, das aus einem Tank ausgelaufen ist, müssen gelöscht werden. Ein weißes Meer aus Schaum ergießt sich über das Gelände. Alles realistisch, alles könnte theoretisch in einem solchen Werk passieren, meint Kreisbrandmeister Dieter Schöll. In erster Linie diene eine solche Übung dazu, um Ortskenntnisse gewinnen. Das Gefahrenpotential für einen Brand sei hier verhältnismäßig gering, dennoch werde auch die Wasserversorgung mit überprüft. Der werkseigene Hydrant auf dem Gelände spuckt kein Wasser aus, stellen die Wehrmänner schnell fest. Deshalb wird ein Hydrant auf der Straße zwischen Fuchsstadt und Rottenbauer angezapft. Dann plötzlich die Meldung: In Fuchsstadt gibt es kein Wasser mehr. An der Übung könne es nicht liegen, meint Kreisbrandinspektor Alois Schimmer, der den Einsatz leitet. Man habe lediglich 500 Liter Wasser aus dem öffentlichen Netz entnommen. Bürgermeister Karl Hügelschäffer, ebenfalls vor Ort, will dies nun überprüfen lassen. Nach einer guten Stunde ist alles vorbei, die 68 Feuerwehrleute sind zur Manöverkritik angetreten. „Alles hat ganz passabel geklappt, es sind keine gravierenden Fehler passiert“, bilanziert der Einsatzleiter. Sehr schnell sei die Wasserversorgung trotz des langen Weges von der Straße her aufgebaut worden, erläuterte Ulli Schätzlein, Kommandant der Fuchsstädter Wehr. Schwierig gestaltete sich allerdings die Rettung der Personen, in diesem Fall Puppen, aus dem schwarzen Split, sagte Dieter Schöll. Schnell sei man hier an die Grenzen gekommen, weil das Schüttgut immer nachrieselte. Da brauche man mehr Stützmaterial. Und auch zum Einsatz des Schaumes hatte er einen Verbesserungsvorschlag: Das Schaumrohr erst einmal neben das Brandgut halten, denn am Anfang kommt Wasser – und Wasser auf brennendes Öl habe fatale Folgen, sagte er. Auch für Rudolf Uhlein, Gebietsleiter der BAM, ist es gut zu wissen, dass die Feuerwehr gerüstet ist, sollte es im Mischwerk zum Ernstfall kommen. Als Dankeschön lud er zu einer Brotzeit ein. Quelle: Mainpost.de |